Mittwoch, 1. Mai 2019

Reptilien am Bahnhof Güsen unterwegs

Die Sonne ist auf dem Weg zu ihrem höchsten Stand und das lockt am Bahnhof in Güsen seltene Tierarten an die Gleise und Bahnsteige. Am Bahnsteig in Richtung Magdeburg lag eine Natter im Gras und am Kopfbahnhof der ehemaligen Kleinbahn sonnten sich bereits die Zauneidechsen.

Foto: P. Wohlfahrt

Die Zauneidechsen lieben die alten Bahndämme in Güsen. Da sind Baumstämme, Steine, Sandflächen und Wasserlöcher.
Bereiche entlang von ehemaligen Bahnstrecken sind meist Biotope. Viele Tiere fühlen sich dort wohl, weil sie wenig gestört werden.  Intensive Landwirtschaft, Chemikalien und Autoverkehr gelangen dort nicht hin.

Auch die Deutsche Bahn kennt die Vorkommen der Zauneidechsen bei uns gut.


Zu den 2018'er Bauarbeiten an der Nebenbahn nach Zerben wies das Eisenbahn-Bundesamt auf die Vorkommen der streng geschützten Arten hin. Schutzmaßnahmen wurden ergriffen. Zäune und Ausweichplätze sollten verhindern, dass die Reptilien auf die Baustelle gelangen. Einige Tier wurden eingesammelt, abtransportiert und an einem anderen Ort ausgesetzt.
Foto: M. de Leon

Da die Eidechsen auf dem Speiseplan der Schlangen steht, kommen auch Nattern gerne zu den Gleisen und Bahnsteigen.
Sie führen bei uns und unseren Gästen immer wieder zu einem Schreck. Ängste sind jedoch unbegründet. Die bislang gesichteten Schlangen sind alle nicht giftig und harmlos. Sie beginnen ihren Tag mit einem Sonnenbad am Bahnsteig, um sich aufzuwärmen. Abends kriechen sie in ihr Versteck, wo sie die Nacht verbringen.
Die Quartiere der Schlangen und Eidechsen sind von Gesetzes wegen zu erhalten und wir achten darauf, dass dies auch so bleibt.

Trotz der Gleisbauarbeiten und des Absammeln sind unsere Reptilien  zurückgekommen oder hatten sich gut versteckt. Denn die Eidechsen und Schlangen haben ihren Lebensraum auf dem Bahnhofsgelände in Güsen gefunden.

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