Projekte

Wenn kein Geld vorhanden ist, dann machen wir es selbst. Aus dem Durchhalten im ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt entstand die Idee des eigenen Geldes. Es gelang mit dem Instrument, die ökologische Bausanierung eines Hauses in Gommern zu realisieren und die Vorfinanzierung einer Bio-Gärtnerei in Quedlinburg zu unterstützen. Aktuell finanziert sich ein Teil von bahnhof17 mit eigenem Geld. Geld und ein Netzwerk, die das eigene Geld akzeptieren, Netzwerkgeld kann Armut entgegenwirken. Regelmäßig sammeln wir gezielt Spenden für Projekte in den Philippinen, um auch dort insbesondere Kindern in Schulen zu unterstützen. Gezielt fördern wir dort auch die Gründungen von Kleinstunternehmen.


Im bahnhof17 gibt es ein Gründungslabor. Wir geben Kurse und begleiten Gründer*innen bei ihrem Vorhaben vor Ort etwas zu bewegen. Es geht um Problemlösungen die aus dem demografischen Wandel entstehen, um die Einsparung von Ressourcen oder um das eigene Kleinstunternehmen. Praktisches Erfahrungswissen und Schwarmintelligenz  gepaart mit dem eigenen Antrieb zur Selbstverwirklichung gibt  unseren Gründer*innen die Wissensgrundlage um im ländlichen Raum etwas zu unternehmen.
In in Deutschland werden bis zu 100 l pro Tag und Person kostbares Trinkwasser ins Klo gespült, um unsere, eigentlich wertvolle, Hinterlassenschaft optisch zu beseitigen. Um dem entgegen zu wirken, haben wir in unserem Gebäude eine Trockentoilette installiert. Wer es möchte kann bei uns ausprobieren, dass eine moderne Trockentoilette nicht mit dem Plumsklo auf dem Hof  vergleichbar ist. Etwas Mut und Überwindung kostet es manchem Besucher. Aber Trockentoiletten und die nachfolgende Kompostierung ist ein wichtiger Beitrag für nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und die Sanitärversorgung.

Das Wirtschaftswachstum was die Menschheit seit Jahrhunderten dachte, realisieren zu müssen, hat ein sichtbares Ende. Daher gehört das Wirtschaftswachstum nach unserer Auffassung nicht in die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Aber ein gutes Leben auf unserem Planeten für alle Menschen sollte ein Ziel sein. Wir erkunden, was gutes Leben bedeutet, ohne das damit Probleme für die nachfolgenden Generationen verbunden sind. Wir reden über die Rolle von Arbeit, über Arbeitsformen und Technologiefolgenabschätzung und über das wirkliche Ziel von Wirtschaft. Um uns dazu weiterzuentwicklen zeigen wir Filme, machen Fahrten und Feiern gerne zusammen.



Industrie im ländlichen Raum wiederentstehen zu lassen, ist unter einer globalisierten Industrieproduktion ein Versuch, der in den letzten 30 Jahren nicht funktionierte. Viele Regionen sind deindustrialisiert. Ein anderer Weg besteht nach unserer Auffassung in der Nutzbarmachung von mittlerer Technologie für Klein- und Kleinstunternehmungen. Wir recherchieren nach mittlere Technologien und stellen diese Menschen, die bereit sind, etwas zu unternehmen vor und überlegen gemeinsam ob daraus ein eigenes Business entstehen kann.




In fast allen Bereichen unserer arbeitsteiligen Wirtschaft fehlen Arbeitskräfte und der Nachwuchs. Die Abwanderung ganzer Jahrgänge hat auch unserer Region erheblich zugesetzt. Am Ende der euroasiatischen Platte, ein ganz anderes Bild. Überbevölkerung und Armut. Darunter Frauen mit Kindern, die die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Sie haben keine Unterstützung von Jugendämtern, keine Krankenversicherung, kein Kindergeld. Ihre Väter sind Deutsche. bahnhof17 sucht in Südostasien nach deutschen Kindern und ihren Müttern, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Situation zu verbessern. Wir helfen ihnen, in unsere Region umzusiedeln und geben die Chance zur Integration.


Das Konsumverhalten hat einen entscheidenden Einfluss auf die enkeltaugliche Entwicklung. Für eine Kaufentscheidung ist es wichtig Informationen über das Produkt und seine Wertschöpfungskette zu haben. Daher bieten wir auf unserem Gelände konsumkritische Hoffführungen an, um Wertschöpfungsketten transparent und den ökologischen Rucksack von Produkten bekannt zu machen. Wir fördern Aktivitäten zur Verlängerung der Nutzungszeiträume von Sachen.


Um den Klimaschutz im ländlichen Raum um Magdeburg praktisch werden zu lassen, entwickeln wir den Klimabonus mit und setzen ihn praktisch ein. So möchten wir Lebensstiländerungen im Alltag belohnen und Einkaufsverhalten hin zu klimaneutralen Produkten und Dienstleistungen lenken. In unserem Kleinbahnhof beziehen wir Ökostrom aus der Region und rücken das Bike&Ride stärker in unsere eigene Mobilität.


Auf unserem Grundstück sowie an den angrenzenden Flächen der Deutschen Bahn wurden Zauneidechsen und Ringelnattern beobachtet. Wir setzen und dafür ein, dass ihr Lebensraum in unserer Nähe erhalten bleibt.

Für den Austausch über die Erfahrungen in unseren Projekten und um kollektives lebenslanges Lernen zu ermöglichen, sind wir in Partnerschaft mit den Netzwerken der Kulturhanse und der Neulandgewinner. In Südostasien arbeiten wir mit Schulen und NGO's zusammen. Über den BUND Sachsen-Anhalt sind wir Teil von Friends of the Earth.
Gerne engagieren wir uns auch mit anderen Projekten mit gleichen Werten und ähnlichen Interessen.