Güsener Wanderpfad 

Zum 800. Jubiläum unseres Dorfes haben wir vom bahnhof17 einen Rad- und Wanderwanderweg um und durch Güsen erkundet. Wir stellen hier diesen Weg vor und laden die Einwohner und Besucher ein, dem Weg zu folgen.
 
Sie erleben Natur, wichtige Orte, Geschichte und Geschichten. Berichten auch Sie von Ihren Geschichten entlag der jahrehunderte alten Wege und lassen Sie es uns wissen.
 
Vielleicht sehen Sie auf dem Weg seltene Tiere und begegnen Schiffen mit freundlichen winkenden Menschen. Im Sommer überraschen Sie auch schon mal Menschen, die im Kanal baden, um sich abzukühlen.
 
Der Weg ist ca. 22 km lang und mit dem Fahrrad in ca. 3 Stunden zu erleben. Eine lange Hose und Trinken für die Tour wird empfohlen.
Die Tour beginnt am südlichen Ortseingang bei uns am Kleinbahnhof Güsen. Los geht's.

Hier gegenüber dem Kleinbahnhof gibt es eine Verbindung zu einem anderen Projekt dem "Radeln nach Zahlen". Die Zahlen und Schilder bringen Radtouristen durch die Region.

Der Güsener Wanderpfad kreuzt an dieser Stelle und einem weiteren Punkt diesen Radweg.

Mit einem kleinen Abstecher auf den Güsener Wanderpfad können Sie etwas tiefer in unser Dorf und die Umgebung eintauchen.

Bald werden wir auch an dieser Stelle auf den Güsener Wanderpfad aufmerksam machen.

Drehen wir uns um, sehen wir unsere erste Etappe. Es geht in den Diebsteig.
 
Dieser Weg führte in der Zeit der Dampflokomotiven zu den Stellplätzen der Loks und den Lagern zum Befüllen der Lokomotiven. Holz und Kohle waren sehr beliebte Heizmaterialien. So gingen auch Menschen aus dem Dorf diesen Weg entlang, um sich Heizmaterialien vom Lagerplatz zu beschaffen. Der Diebsteig macht sich einen Namen.
 
Machen Sie einen Abstecher auf unseren Bahnhofsplatz und besuchen Sie bahnhof17 und ein einmaliges Denkmal in Sachsen-Anhalt anzuschauen.
 
Nach der Besichtigung folgen wir dem Diebsteig in östliche Richtung vorbei am Eisenbahnschuppen weiter über den Bahnübergang mit Resten der Gleise, die einst in unser Nachbardorf Penningsdorf führten. Heute ist dieser Ort geschliffen.
Auf dem Weg weiter zur Kleinbahnbrücke treffen wir auf eine ehemalige Eisenbahnstrecke. Es ist der Rest der Kleinbahn von Güsen nach Ziesar.
Versteckt ist sie nur dem aufmerksamen Auge zugänglich. Das Schotterbett wuchert langsam zu und gibt den Tieren ein Zuhause.
 
Einst fuhren hier Personen und Güterzüge durch den Fiener in das brandenburgische Land.
 
Das indiviuelle Auto verdrängte den gemeinschaftlich genutzten Zug. Waren aus den Manufakturen der umliegenden Dörfer waren mit dem Aufkommen der "effizienten", zentralen, industriellen Großproduktion nicht mehr gefragt.
 
Diese Strecke wurde gemeinsam mit anderen 600 km Schienenverbindungen in Sachsen-Anhalt nach 1990 stillgelegt. In den 2000 Jahren wurde die Strecke demontiert und nach Osten transportiert. War es die Folge der zweiten Reparationszahlung nach dem Krieg? Die Grundstücke wurden aufgeteilt und verkauft. Ende!
 
Auffassungen, diese Strecke wiederaufzubauen sind aktuell Träumerei. Für eine Weiche alleine verlangte die Deutsche Bahn 140.000 Euro. Die Grundstücke wiederzuvereinen und nutzbar zumachen erscheint unmöglich. Ein Bedarf zum Wiederaufbau der Strecke ist nicht sichtbar.
 
Nur die Geschichten, als die Familien zu den Angehörigen in die Dörfer fuhren um zu feiern, Tiere mitgenommen wurden oder auch die Beschreibungen wie die Flüchtlinge aus den Städten mit dem Zug auf die Dörfer fuhren, um etwas Obst und Gemüse gegen Gold, Silber, Geschirr oder Gemälde zu tauschen, sie bleiben noch. Die geflüchtete Oma aus dem Sudetenland und die Großgrundbesitzerin aus dem Dorf berichteten davon. Jede aus ihrer Sicht.
Dem Weg folgend treffen wir auf die Kleinbahnbrücke.
Unser Weg führt uns halbrechts am Waldrand entlang zu dem vorderen der einzeln stehenden Bäume.
 
Wer lieber abkürzen möchte, geht von der Kleinbahnbrücke entlang der Bahnstrecke. Später treffen wir uns an Bude "Hundert". 
An diesem Baum angekommen biegt unser Weg nach links ab.
 
Nach einem kurzen Abschnitt zwischen Feld und dem Waldrand geht es in den erfrischenden, schattigen Wald.
 
Dem Waldweg folgen wir immer geradeaus bis der Weg endet.
 
Am Ende des Waldweges angekommen geht unser Weg an der T-Kreuzung rechts lang.
 
Wir folgen dem Weg weiter durch den Wald und entlang einer Baumgruppe, die den Weg später vom angrenzenden Ackerland trennt.
Eines unserer Zwischenziele ist erreicht. Wir stoßen auf den Radweg von Güsen nach Parchen. Wenige Meter rechts liegt die "Panzerbrücke".
 
Ein Wassergraben zieht sich durch den Wald und die umliegenden Feuchtgebiete. Ein etwas in die Jahre gekommener Tisch mit Sitzbank ermöglichen ein kurzes Verweilen.
 
Befahrbar für Fahrräder war dieser Weg früher nicht. Hier fuhren Panzer und hinterließen ein welliges Gelände. Anstelle der heutigen Brücke lagen hier einmal große Holzstämme für die Überfahrt der Panzer. Daher noch der Name "Panzerbrücke".
 
Nach einer Rast geht es in nördliche Richtung auf dem gekennzeichneten und breitem Radweg in Richtung Güsener Jagdhütte.
An der Abzweigung in Richtung Parey/Güsen angekommen, entdecken wir ungewöhnliche Bäume.
Es sind Waldkiefern. Ein Viertel aller Wälder in unserem Land sind mit Kiefern bepflanzt. Die Kiefer wird forst- und holzwirtschaftlich genutzt.
 
Die Kiefern an diesem Radweg stehen da, wie zugroß gewordene Bonsai Bäume. Vor Jahren wurden die Spitzen abgeschnitten. Die Seitenäste trieben aus und gaben den Kiefern ihr ungwöhnliches Aussehen. 
 
In unmittelbarer Nähe finden wir Birken und das Waldgeißblatt. Ein Strauch der Schmetterlinge und Bienen anlockt. Und tatsächlich gibt es in unmittelbarer Umgebung eine Vielzahl bunter Schmetterlinge der unterschiedlichsten und hübschesten Arten zu sehen.
 
Unser Weg führt uns weiter auf dem ausgeschilderten Weg in Richtung Güsen (3,1 km).
Am Bahnübergang an der Bude "Hundert" haben wir einen kurzen Stop. Wir kreuzen die Bahnlinie.
 
In der Ferne sehen wir die Kleinbahnbrücke und das Gelände rund um den Haltepunkt Güsen mit den Ausweich- und Rangiergleisen.
 
Warum dieser Ort Bude "Hundert" heißt, werden wir noch erfragen müssen. Die hier befindliche Rasthütte ist leider so zerfallen, dass man darin nicht mehr sitzen kann und auch bei Regen nass wird. Lost Place in Güsen.
 
Wer hier die Route abbrechen möchte, gelangt links entlang der Bahnlinie wieder zurück zum Kleinbahnhof.
 
Wir folgen erstmal den Schildern in Richtung Jagdhütte und überqueren die wieder geöffneten Schranken.